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Ringvorlesung&Wahlpflichtblock

Globale Gesundheit in sozialer Verantwortung

MITTWOCHS 18.15 UHR AB 18.10.17ANMELDUNG AB JETZT IM KLIPS 2.0!


 

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, liebe Interessierte,

wir wollen euch herzlich einladen zum neuen Wahlpflichtblock/Ringvorlesung GLOBALE GESUNDHEIT in sozialer Verantwortung, der ab dem kommenden Wintersemester angeboten wird! ab 18.10.17 immer mittwochs, 18:15 im Oratorium (Forum, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin)

BELEGEUNG AB JETZT IN KLIPS 2.0!

Das Thema global health geht uns alle an: Weltweit steigende Fluchtmigration, Epidemien in wirtschaftsschwachen Regionen oder die Folgen von Ökonomisierung und Arzneimittelpatenten auf die medizinische Versorgung - die grenzüberschreitende Relevanz zeigt sich heute mehr denn je.

Aus einer Initiative der kritischen medizinstudierenden, unterstützt vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Uniklinik Köln, ging eine Ringvorlesung mit 10 Terminen hervor. Das Besondere: Neben Universitätsdozent*innen werden auch Studierendeninitiativen und Menschen, die direkt aus Beruf und politischer Arbeit heraus berichten können, zu Wort kommen.


Die Themen* (siehe unten) reichen von globaler Gesundheitspolitik über die Zivile Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer, zur medizinischen Versorgung von in Deutschland lebenden Geflüchteten. Von der Verbindung von Handelspolitik, Armut und Gesundheit im globalen Süden bis hin zu Einflüssen von Pharmaindustrie auf ärztliches Arbeiten und der Ökonomisierung des deutschen Gesundheitssystems. Von dem Umgang mit weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) bis hin zu interkultureller Kommunikation im Krankenhaus und Gewaltfreier Kommunikation in der medizinischen Friedensarbeit.

Zusätzlich zum breiten Themenspektrum sollen Diskussion und Austausch im Vordergrund stehen.

ANMELDUNG ÜBER KLIPS 2.0
TEILNAHME AUCH OHNE ANMELDUNG MÖGLICH
OFFEN FÜR STUDIERENDE ALLER FAKULTÄTEN, 2 CP im Rahmen des Studium integrale.

Weitere Infos demnächst im KLIPS, unter https://www.facebook.com/KritischeMedizinstudierendeKoeln oder krit-med.uni-koeln.de

Wir freuen uns auf interessierte Teilnehmer*innen!

 

Eure km

* Die Themen und ReferentInnen:

18.10.17  Gesundheitsversorgung geflüchteter Menschen – Politik&Praxis

    – Siegfried Joel (Stay! e.V., MediNetz Düsseldorf)

Auf welcher gesetzlichen Grundlage basiert die medizinische Versorgung von geflüchteten Menschen in NRW und Deutschland? Der Einfluss und die Interessen der Politik werden analysiert und in den Kontext der aktuellen Situation gesetzt. Im Anschluss wird die medizinische Versorgung durch Medinetze anhand von STAY! e.V. als Bespiel erklärt.

 

25.10.17  Ökonomisierung im Gesundheitssystem

    – Achim Teusch (vdää, ver.di)

Ökonomisierung und ihre Folgen bestimmten zunehmend den pflegerischen und ärztlichen Arbeitsalltag - und dadurch direkt die Versorgung von PatientInnen. Von einstiger öffentlicher Daseinsfürsorge hat sich das Gesundheitssystem zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt, der marktwirtschaftlichen Prinzipien wie Gewinnorientierung und Konkurrenz unterworfen wird. Einen Teil der Entwicklung kann Achim Teusch anhand persönlicher Erfahrung in klinischem Alltag und seiner Arbeit im Betriebsrat einer Klinik nachzeichen - vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen vom Kostendeckungsprinzip bis zum DRG-System.

 

08.11.17  Globale Gesundheitspolitik – Zwischen widerstreitenden Ansätzen

    – Walter Bruchhausen (Uni Köln)

Die Globalisierung von Gesundheitsproblemen und ihren Lösungsmöglichkeiten macht es nötig, dass internationale Ziele und Programme immer wieder überprüft werden. Dazu werden Erfolge und Schwachstellen der konkurrierenden Ansätze dargestellt und sowohl die getroffenen als auch die noch notwendigen Entscheidungen analysiert.

 

15.11.17  FGM – Weibliche Genitalverstümmelung

    – Christoph Zerm (FIDE e.V., GAÄD)

Weltweit sind es lt. WHO rund 200 Millionen Frauen, deren Genitale verstümmelt wurde, jährlich kommen 2-3 Millionen hinzu. Laut Schätzungen leben auch in der BRD inzwischen rund 50.000 betroffene Frauen. Nur durch differenzierende Information (über Herkunftsländer, medizinische Folgeschäden, historisch-religiösen Ursprung und kulturelle Verwurzelung) kann diesen Frauen respektvoll und einfühlsam begegnet werden.

 

22.11.17  Recht auf Profit? Warum die Handelspolitik Krankheiten, Armut und Hunger fördert

    – Anne Jung (medico international)

Die Gesundheitsreferentin der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international wird darüber sprechen, wie das in Freihandels- und Investitionsschutzabkommen festgeschriebene Recht auf Profit für Unternehmen Krankheiten befördert und erst hervorbringt. Es geht um Medikamentenpreise, um gezuckerte Getränke und die fatalen Glückversprechen industriell produzierter Lebensmittel. Und darum, wie das Recht auf den Zugang zu Gesundheit systematisch ausgehebelt wird.

 

29.11.17  Wie (miss)verstehen wir uns? Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus

    – Ortrun Kliche (Uni Köln) + AG Health Buddies

Wo so genannte interkulturelle Kommunikation anfängt und noch lange nicht aufhört, wie Stereotype den Blick verstellen und reale Situationen bewältigt werden müssen, wie Sprachbarrieren zu überwinden sind und gut mit Dolmetscher*innen gearbeitet werden kann und was das alles mit sozialer Gerechtigkeit, ärztlicher Verantwortung und medizinsystemischen Bedingungen zu tun hat, darum soll es in dieser Veranstaltung gehen.

UND: Vorstellung der AG Health Buddies der Fachschaft Medizin, die Geflüchtete bei medizinischen Fragen berät und unterstützt

 

06.12.17  Einflüsse der Pharmaindustrie auf ärztliches Arbeiten

    – Udo Puteanus (LZG NRW) + UAEM Köln

Einflüsse der Pharmaindustrie auf ärztliches Arbeiten: Die pharmazeutische Industrie betreibt Forschung und Entwicklung zu Arzneimitteln, stellt Arzneimittel her und vertreibt sie. Sie ist privatwirtschaftlich organisiert und folgt damit privatwirtschaftlichen Interessen. Forschung und Entwicklung, Herstellung und Vertrieb dienen insofern eher den Interessen von Investoren als gemeinnützigen Zielen. Dies hat Folgen auf das Arzneimittelangebot, die Informationen über Arzneimittel bis hin zur Anwendung durch die Heilberufe bzw. die Patientinnen und Patienten. In dem Beitrag soll auf diese Problematik hingewiesen und Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Heilberufe verantwortlich und patientenorientiert handeln können.

UND: Vorstellung der Kölner UAEM-Gruppe, die sich politisch engagiert für einen weltweit gerechten Zugang zu essentiellen Medikamenten

13.12.17  Medical Peacework & WORKSHOP: Gewaltfreie Kommunikation

    – Katharina Thilke (IPPNW)

        Medical Peace Work (MPW) ist ein Schwerpunktthema der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War). In einem Workshop wird das Konzept und die Hintergründe von MPW erläutert. Außerdem werden internationale Friedensprojekte im medizinischen Kontext vorgestellt. Ein Element von MPW ist die "Gewaltfreien Kommunikation".

WORKSHOP: An Hand von Beispielen im klinischen Kontext werden konkrete Fälle analysiert und diskutiert.

10.01.18  Zivile Seenotrettung – Medizinische & politische Aspekte von Abschottung und Nothilfe

    – Anika Roll (SeaWatch e.V.), Lea Hsu (jugend rettet e.V.)

          2,7% - hinter dieser Zahl verbirgt sich laut amnesty international die aktuelle Todesrate bei der Flucht über das Mittelmeer. Der Großteil der auf der Flucht in Seenot geratenen Menschen wird von nicht-Regierungsorganisationen wie SeaWatch, jugend rettet, SOS Mediterranée oder MSF gerettet. Die zivilen Seenotrettung leistet im Spannungsfeld zwischen Abschottungspolitik und Externalisierung der Verantwortung humanitäre Nothilfe. Um die medizinisch-praktischen Aspekte dieser Arbeit einerseits und die politische Dimension andererseits sprechen wir an diesem Abend mit Anika Roll (SeaWatch e.V.) und Lea Hsu (Jugend rettet e.V.)


17.01.18  Abschlussevaluation, Diskussion & Ausblick:

    „Wir in sozialer Verantwortung?!“   – km Köln !